DE
Choose your Language
Tribologie und ihre Einflussgrößen
Was ist unter dem Begriff "Tribologie" zu verstehen?

Welche Teilgebiete fallen unter die Tribologie?

Was ist Reibung und Verschleiß?

Welche Schmierzustände und Schmierstoffarten gibt es und wie wählen Sie den richtigen Schmierstoff aus?
     
das Tribosystem

Was ist Tribologie?

Tribologie beschreibt „die Wissenschaft und Technik von aufeinander einwirkenden Oberflächen in Relativbewegung“.  

Übersetzt heißt Tribologie "Reibungslehre". Sie beschreibt laut DIN 50 232 "die Wissenschaft und Technik von aufeinander einwirkenden Oberflächen in Relativbewegung". Aber was heißt das genau?

Schauen wir uns hierzu das Tribosystem an. Hier sehen Sie, welche klassischen Beanspruchungen auf Elemente wirken können und wie je nach Eigenschaft eines Elements Verlustgrößen ausfallen. Als Verlustgrößen sind Reibung und Verschleiß vermerkt, die auf die Elemente wirken.  

Da Schmierung gegen Reibung und Verschleiß eingesetzt wird, zählen die Reibung, der Verschleiß und die Schmierung zu den Teilgebieten der Tribologie

Reibung  

Reibung entsteht zum Beispiel, wenn sich zwei bewegende Körper an ihren Materialgrenzen berühren. Hier entsteht eine Wechselwirkung, die der Relativbewegung der Körper entgegenwirkt.  

Dabei kann die Reibung zwischen zwei oder mehreren Körpern oder innerhalb eines Körpers entstehen. Ersteres nennt man äußere Reibung. Die Reibung innerhalb von Körpern wird als innere Reibung bezeichnet.  

Äusere Reibung
Innere Reibung

Verschließ

Verschleiß

   

Verschleiß bezeichnet den fortschreitenden Materialverlust durch eine mechanische Ursache. Verschleiß entsteht, wenn Körper zu lange oder zu heftig reiben, weil zum Beispiel der Schmierfilm nicht mehr ausreicht, um die Körper voneinander zu trennen. Verschleiß bezeichnet den fortschreitenden Materialverlust durch eine solche mechanische Ursache. 

Natürlich ist Verschleiß im Normalfall nicht erwünscht. Verschleiß kann im schlimmsten Fall sogar zu Versagen führen. Ob Teile verschleißen, können Sie an der Veränderung der Materialoberfläche sehen.   

Schmierung

Haben Sie eine Idee, wofür nun Schmierung verwendet wird? Aktivieren Sie die Schmiermittel und finden Sie es heraus. 

Die Schmierzustände können von der Trockenschmierung bis hin zur Vollschmierung variieren. 

Schmierung wird als Trennmittel zwischen zwei relativ zueinander bewegten Oberflächen verwendet. Dadurch wird Reibung und Verschleiß minimiert bzw. eliminiert und die Lebensdauer von Elementen maximiert. Eine sekundäre Aufgabe von Schmiermitteln ist der Abtransport von Wärme- und Verschleißpartikeln.

Schmierung

Schmierstoffe

Schmierstoffe kommen in allen Aggregatzuständen vor. Je nach Anwendungsfall eignet sich der eine besser als der andere, wobei die flüssigen Schmierstoffe, also Schmieröle, die wichtigsten Vertreter darstellen. Hierunter fallen Mineralöle, Öle auf pflanzlicher oder tierischer sowie synthetischer Basis. 

Vorteile der beiden Schmieröltypen 

Vorteile von Mineralölen 

▪ Universell einsetzbar 
▪ Weniger toxisch 
▪ Besser mischbar 
▪ Höhere Verfügbarkeit 
▪ Bessere Verträglichkeit mit Werkstoffen 

Form 

Vorteile von synthetischen Ölen 

▪ 3-5 mal höhere Lebensdauer 
▪ Höheres Temperaturspektrum 
▪ Schwerer entflammbar 
▪ Bessere Fließeigenschaften 
▪ Geringere Flüchtigkeit 

   

Mineralöle werden durch gezielte Destillation und Raffination aus Rohölen gewonnen und sind universell einsetzbar. Synthetische Öle hingegen haben eine drei bis fünffach höhere Lebensdauer als Mineralöle. 

Schmierfette sind feste oder halbfeste Schmierstoffe. Sie bestehen aus flüssigem Schmierstoff auf Ölbasis, einem eindickenden Stoff und weiteren Additiven. Sie wirken abdichtend gegenüber Wasser und Fremdpartikeln. 

Schmierstoffe

Schmierstoffauswahl 

Die Auswahl des geeigneten Schmierstoffs richtet sich nach dem jeweiligen Anwendungsfall und den spezifischen Betriebsbedingungen. Entscheidende Einflussfaktoren sind unter anderem Belastung, Drehzahl, Temperatur sowie Umgebungsbedingungen. 

Je nach Einsatzgebiet kommen unterschiedliche Aggregatzustände zum Einsatz: 

   
Flüssige Schmierstoffe

Flüssige Schmierstoffe werden in zahlreichen technischen Anwendungen verwendet, unter anderem in: 

  • Motorenölen 

  • Maschinenschmierungen 

  • Getrieben 

  • Umlaufsystemen 

  • Hydraulikanlagen 

  • Textilmaschinen 

  • Kompressoren 

  
Feste und halbfeste Schmierstoffe

Diese Schmierstoffe eignen sich insbesondere für: 

  • Maschinen mit niedrigen Geschwindigkeiten 

  • Lager, Gelenke und Getriebe 

  • Anwendungen im Vakuum 

  • Einsatz unter aggressiven Umgebungsbedingungen 

   
Gasförmige Schmierstoffe

Gasförmige Schmierung findet Anwendung bei: 

  • Maschinen mit geringen Belastungen 

  • Schnelllaufenden Systemen (z. B. Zentrifugen) 

Form 

Die richtige Schmierstoffauswahl trägt wesentlich zur Funktionssicherheit, Lebensdauer und Effizienz technischer Systeme bei. 

Zusammenfassung

Tribologie bezeichnet die Lehre von Reibung, Verschleiß und Schmierung. Diese drei Bereiche bilden die zentralen Teilgebiete der Tribologie und stehen in direktem Zusammenhang mit der Funktion und Lebensdauer technischer Komponenten. 

Verschleiß kann entstehen, wenn Körper im Kontakt aneinander reiben. Um Reibung und daraus resultierenden Materialabtrag zu reduzieren, werden Schmierstoffe eingesetzt. Durch eine geeignete Schmierung können die Kontaktflächen teilweise oder vollständig voneinander getrennt werden. 

Je nach Anforderung kommen Schmiermittel in unterschiedlichen Aggregatzuständen zum Einsatz – gasförmig, flüssig oder fest. 

        

Sie haben erfahren
Tribologie heißt übersetzt "Reibungslehre". 

Reibung, Verschleiß und Schmierung sind die wichtigsten Teilgebiete der Tribologie. 

Verschleiß kann durch Reibung entstehen, wenn Körper ungewollt aneinander reiben. 

Verschleiß kann durch Schmierung verhindert werden. Schmierung kann Körper vollständig voneinander trennen; dabei kann das Schmiermittel sowohl gasförmig, flüssig oder fest (bzw. halbfest) sein.